Schiffbau
Typographie

Schleswig-Holstein war während des Ost-West-Konfliktes in Europa eine Region, in der die Konfrontation durch eine hohe Konzentration von Militär und Rüstung sowie durch den Eisernen Vorhang an der Landesgrenze sichtbar ihren Ausdruck gefunden hat. Nach der Vereinigung Deutschlands und dem Ende des Kalten Krieges hat sich für dieses Bundesland durch den militärischen Wandel und die wirtschaftliche Öffnung die sicherheitsund wirtschaftspolitische Lage grundlegend geändert. Dies hatte tief greifende Auswirkungen auf den Marineschiffbau in Schleswig-Holstein, der Anfang der neunziger Jahre vor schwierigen strategischen Grundsatzentscheidungen über seine zukünftige Ausrichtung stand. Dabei mangelte es nicht an Empfehlungen.

So bewertete der damalige Ministerpräsident des Landes, Björn Engholm, 1989 die Lage folgendermaßen: „Es ist nicht zu leugnen, dass der Kriegsschiffbau für den verbleibenden Rest unserer Werftindustrie derzeit noch von teilweise erheblicher Bedeutung ist. Unser politisches Ziel ist aber ebenso eindeutig, diese Bedeutung zu verringern.“

Und der schleswig-holsteinische Wirtschaftsminister, Peer Steinbrück, vertrat 1994 folgende Auffassung: „Die Umstellung auf zivile Produkte ist eine aussichtsreiche Strategie, um die vorhandenen Potenziale der wehrtechnischen Industrie zukunftsträchtig zu nutzen, ihre Krisenanfälligkeit zu reduzieren und hoch qualifizierte Arbeitsplätze in diesen Unternehmen
zu sichern. (…) Die Landesregierung hält es für richtig, dass möglichst viele Unternehmen in Schleswig-Holstein diesen Weg beschreiten.“

Dies waren krasse politische Fehleinschätzungen hinsichtlich der sicherheitspolitischen Entwicklung und der strategischen Ausrichtung der wehrtechnischen Industrie.

Dienter Hanel berichtet im MarineForum 03/2017 ausführlich über Strategien und Kapazitäten beim Marineschiffbau in Schleswig-Holstein. Lesen Sie hier weiter. (pdf | 5 Seiten | 775 KB )

 

FacebookTwitterGoogle BookmarksLinkedinRSS FeedPinterest
Pin It